Buch vs. E-Book – Wer hat Lust auf Digitalisierung?

Steinbeis-Edition geht in einer Leserumfrage dem Trend auf den Grund

Der technische Fortschritt in Form der Digitalisierung wälzt auch den Verlagsmarkt grundlegend um und konfrontiert die Branche mit ganz elementaren Fragen der zukünftigen Ausrichtung des eigenen Produktportfolios. Obwohl E-Books keine Neuheit mehr sind, ist die Frage, ob man als Verlag mit diesem Trend mitgeht oder nicht, dringlicher denn je. Digitales Lesen auf E-Book-Readern ist lange bekannt – doch ist es auch das Zukunftsmodell der Fachbuch-Verlage? In der Steinbeis-Edition (STE), dem Verlag der Steinbeis-Stiftung, werden die Leser seit über zehn Jahren mit einem breit gefächerten Themenspektrum an Einzel- und Reihentiteln zu verschiedensten Fachbereichen versorgt. In einer Umfrage hat der Fachverlag in den vergangenen Monaten den Trend E-Book grundlegend hinterfragt.

Die Frage, ob sich eine Investition in die Digitalisierung lohnt, ist im Verlagswesen nicht so leicht zu beantworten wie in manch anderer Branche. Lassen sich Sach- und Fachbücher genauso bequem und effizient in digitalisierter Form lesen wie alt hergebracht auf Papier gedruckt und gebunden? Wollen die Kunden auf ihren E-Book-Readern und Tablets fachliche Literatur lesen oder nicht? Unter welchen Voraussetzungen wäre die digitalisierte Version eine Option? Um das herauszufinden, hat die STE eine Umfrage durchgeführt, die das bevorzugte Medium ihrer Nutzer herausfinden wollte: Überholt das E-Book das gedruckte Buch oder hat die Gutenberg-Version weiterhin die Nase vorn?

Ein Buch hat für viele Menschen einen ganz anderen Stellenwert als andere Alltagsgegenstände, die gerne digitalisiert und technisiert werden dürfen. In der Umfrage der STE haben über 60 Prozent der Teilnehmer das klassische Buch dem E-Book vorgezogen. Woran liegt das? Es hat viel mit dem emotionalen Bezug zum Buch zu tun. Über ein Drittel derjenigen, die lieber ein Buch nutzen, wollten das „Buch-Feeling“ nicht verlieren: die Seiten aus Papier, die man umblättern kann und den Geruch eines Buches, wenn man es aufschlägt. „Das klassische Buch soll nicht verloren gehen“, ist die überdurchschnittliche Meinung der Teilnehmer. Also keine Digitalisierung für den Verlagsmarkt? Nicht ganz, denn obwohl die Mehrheit immer noch an gedruckten Büchern hängt und diese in den nächsten Jahren auch nicht aufgeben will, ist für über 40 Prozent der Teilnehmer klar, dass die Zukunft den E-Books gehören wird.

Unter welchen Umständen würde in der Zukunft also ein Fachbuch der STE auf einem E-Book-Reader gelesen werden? Die Anforderungen der Nutzer sind vielfältig und fokussieren doch praktische Bearbeitungsund Zusatzfunktionen: Bearbeitungsfunktionen für Markierungen und Kommentare, Verlinkungen von Wörtern, URL und dem Inhaltsverzeichnis, Sortierfunktionen, eine Druckfunktion und die Möglichkeit Inhalte zu teilen. Mit den technischen Details sind dabei nur wenige vertraut. Auch wenn jeder den Amazon Kindle kennt, ist der Hälfte der Teilnehmer keines der aktuell gängigen E-Book-Dateiformate bekannt. Mobi, ePub und AZW haben viele noch nie gehört.

Fachbücher auf einem E-Book-Reader zu lesen ist laut der Umfrage zwar noch nicht der aktuelle Trend, aber immerhin 41 Prozent können sich vorstellen, das in Zukunft zu tun, wenn für das entsprechende Leseerlebnis und eine leistungsfördernde Effizienz beim Lesen aufgrund der genannten Bearbeitungsfunktionen gesorgt wird.

Für die STE ist das eine gute Grundlage, um die Publikation von E-Books in Zukunft noch spezifischer an die Erwartungen und Bedürfnisse ihrer Kunden anzupassen und somit den Weg der Digitalisierung weiterhin erfolgsversprechend zu beschreiten.

Kontakt

Alle Ergebnisse der Umfrage stehen unter www.steinbeis.de/su/1371 unter dem Reiter „Steinbeis-Medien“ zur Verfügung.

Katharina Stein
Steinbeis-Transferzentrum Steinbeis-Edition (Stuttgart)