Die Sicherheit im OP im Blick

Kick-off-Treffen des DIN-Förderprojekts „Mehr Sicherheit im OP“ unter Steinbeis-Konsortialleitung

Das Steinbeis-Transfer-Institut Medical Innovations and Management und das Steinbeis-Transfer-Institut International Business and Risk Management gehören zu den Gewinnern des Förderprogramms DIN-Connect 2019, das innovative Projektideen mit Potenzial für Normung und Standardisierung auszeichnet. Am 2. Mai trafen sich im Stuttgarter Haus der Wirtschaft Vertreter aus Bildung, Medizin, Industrie und Fachverbänden zum Kick-off, um gemeinsam die „Erarbeitungsphase“ der neuen DIN SPEC 91422 zu starten. Sie will die Qualität der integrativen Anwendung komplexer Medizintechnologien im Operationssaal sichern.

Das Projektteam hat in den letzten vier Wochen den Geschäftsplan „Anforderungen an Planung und Sicherheit im multifunktionalen technologisierten Arbeitsumfeld chirurgischer Operationssaal“ zur Kommentierung veröffentlicht. Dabei wurden Experten, Ausschüsse und Gremien aktiv angesprochen und involviert, denn das Interesse an dieser Standardisierung ist sehr groß: Die Schnittstelle Medizin und Medizintechnik bietet viele Diskussionspunkte.

Zielsetzung und Anwendungsbereich

Neben der Sicherstellung der Anwendungsqualität komplexer Medizintechnologien im Operationssaal hat die DIN SPEC 91422 ein weiteres Ziel: Sie will das Vertrauen bei allen Akteuren, insbesondere bei den Anwendern dieser neuen Technologien, aufbauen und durch die Überprüfbarkeit der in technischen Standards formulierten Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeiter sowie den Einsatz neuer Technologien nachhaltig stärken. Dies beinhaltet spezifische Analyse-, Kommunikations-, Problemlösungs- und Schulungsprozesse, gerade auch im Hinblick auf Multimodalität, Komplexität und Interdisziplinarität. Nach intensiven Diskussionen unter der Leitung des DIN-Projektmanagers Hendrik Lüttgens zu den öffentlichen Kommentaren, Zielen und dem Anwendungsbereich der DIN Spezifikation wurde der Geschäftsplan der DIN SPEC beim Kick-off einstimmig angenommen.

Fokus auf Gesamtsystem Mensch-Mensch/Mensch-Technik

Mit der DIN SPEC 91422 sollen die notwendigen Voraussetzungen beim täglichen Umgang mit der kombinierten Anwendung bereits etablierter und andererseits auch neuer Technologien im OP festgelegt werden. Damit will diese DIN SPEC die Grundlage für mehr Qualität und Sicherheit in den Bereichen Bewertung, Beratung, Planung, Bau sowie effizienter Betrieb und Wartung von multifunktionalen OPs bilden. Dabei spielt auch die Qualifizierung der involvierten Berufsgruppen eine sehr wichtige Rolle. Zudem werden Standardprozesse, Rollen und Verantwortlichkeiten festgelegt, um die Wahrscheinlichkeit von Gefährdungssituationen vor, während und nach einer OP zu minimieren. Damit werden die Patientensicherheit und die Sicherheit sowie Gesundheit der Akteure im OP signifikant erhöht. Die DIN SPEC legt keine Anforderungen an Medizinprodukte selbst fest, es geht um das komplexe Gesamtsystem und die Interaktion Mensch-Mensch/Mensch-Technik, um Prozesse und Qualifikationen.

Steinbeis-Konsortialleitung

Das DIN SPEC-Konsortium besteht unter anderem aus Experten für Medizintechnik, Bildgebung, Risikomanagement, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, Strahlenschutz, Hygiene, klinische Aspekte. Als Konsortialleiter wurden einstimmig die Steinbeis-Experten Prof. Dr. Oliver Meissner (Leiter) und Angelika Gruber (Stellvertretung) gewählt.

In den nächsten Treffen und Workshops werden die Inhalte für diese fachdisziplinübergreifende Spezifikation für mehr Sicherheit im OP von den Teilnehmern des Konsortiums gemeinsam erarbeitet. Die Veröffentlichung der DIN SPEC 91422 ist für Ende des Jahres geplant. Sie könnte anschließend auch die Grundlage für die Erarbeitung einer DIN-Norm bilden.

Kontakt

Prof. Dr. Oliver Meissner (Autor)
Steinbeis-Transfer-Institut Medical Innovations and Management (Thannhausen)
www.steinbeis-mim.com

Prof. Dr. Udo Weis
Steinbeis-Transfer-Institut International Business and Risk Management (Plankstadt)