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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Nachhaltigkeit ist eines der wichtigen Leitprinzipien unserer Zeit. Das Ziel dabei: Die Regenerationsfähigkeit der Systeme zu bewahren und damit dauerhaft, also heute wie auch in Zukunft, die Bedürfnisse der Menschen erfüllen zu können. Ursprünglich hat die Nachhaltigkeitsdiskussion in der Forstwirtschaft gestartet und wurde in den 1980er-Jahren durch den Brundtland-Bericht einer internationalen Enquete-Kommission sowie den Club of Rome weitergeführt. 1992 folgte die „Agenda 21“ der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro und schlie.lich 2015 die Verabschiedung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) mit 169 Unterzielen und 232 globalen Indikatoren (Stand: Juli 2017) durch die UN im Rahmen der „Agenda 2030“. Basierend auf drei Säulen sollen diese Ziele eine ökologisch verträgliche, sozial gerechte und wirtschaftlich leistungsfähige Entwicklung der Welt gewährleisten. Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung orientiert sich an der Agenda 2030.

Das Leitprinzip der Nachhaltigkeit wird für viele Menschen in ihrem täglichen Handeln immer wichtiger. Produkte und Dienstleistungen, die wir nachfragen, sollen nachhaltig produziert und bereitgestellt werden. Unsere Arbeitskraft wollen wir in Unternehmungen einbringen, die sinnstiftend sind. Folglich messen sich Unternehmen zunehmend daran, in wie weit sie Nachhaltigkeitsziele verfolgen und damit nicht nur wirtschaftlich leistungsfähig, sondern auch ökologisch und sozial verantwortlich handeln. Daruber hinaus ist es wesentlich das Unternehmen so zu führen, dass es auf Dauer Bestand hat. Nachhaltigkeitsmanagement ist eine Querschnittsaufgabe mit internen und externen Kommunikationsbedarfen.

Ich selbst habe meine unternehmerischen Aktivitaten in Forschung, Entwicklung und Beratung an der Universitat Kassel, bei Fraunhofer und bei Steinbeis einem wichtigen Teilziel der Nachhaltigkeit verschrieben: der Energiewende, dem Umstieg auf erneuerbare Energien in der Energieversorgung. Dabei betrachte ich die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr. Im Wesentlichen geht es um die Elektrifizierung im Wärme- und Verkehrssektor, um Photovoltaik- und Windenergieanlagen sektorenübergreifend als Energielieferanten zu nutzen. Eine kosteneffiziente und resiliente Infrastruktur ist dafür eine wichtige Voraussetzung.

Nachhaltigkeit hat neben dem Fokus auf die Energieversorgung aber viele weitere Facetten. Diese Ausgabe des Transfermagazins zeigt, wie sich Steinbeis-Teams auf ganz unterschiedliche Art mit den Leitprinzipien der Nachhaltigkeit in ihrer Projektarbeit beschäftigen. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!

Ihr

Martin Braun

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Martin Braun leitet seit 2012 das Fachgebiet Energiemanagement und Betrieb elektrischer Netze an der Universität Kassel. Parallel ist er Leiter des Geschäftsfelds Netzplanung und Netzbetrieb am Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (Fraunhofer IEE). In Ergänzung zu den Aktivitäten an der Universität und bei Fraunhofer hat er im Jahr 2017 das Steinbeis-Transferzentrum Regenerative Energiesysteme gegründet, das im Hinblick auf die Energiewende entwickelt und berät.

Martin Braun
Steinbeis-Transferzentrum Regenerative Energiesysteme