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Digitalisierung bringt tiefgreifende Veränderungen der Wertschöpfungsketten

SIBE-Innovationsteams machen Unternehmen fit für den digitalen Wandel

Wenn aus Fahrradproduzenten „Mobilitätslösungsanbieter“ werden, zeigt das eindrücklich die tiefgreifenden Veränderungen von Wertschöpfungsketten, zu denen Industrie 4.0 und Digitalisierung führen. Die School of International Business and Entrepreneurship (SIBE) der Steinbeis-Hochschule Berlin hat bereits mehrere Innovationsprojekte rund um die Digitalisierung ins Leben gerufen, um Unternehmen dazu zu befähigen, aus eigenen Ressourcen Strategien für den digitalen Wandel zu entwickeln und umzusetzen.

Angesichts des schnellen Wandels im Bereich Digitalisierung ist es für Unternehmen unerlässlich, die aktive Gestaltung der Zukunft durch Innovationen jetzt und kontinuierlich anzugehen. Denn Digitalisierung und vernetzte Maschinen betreffen nicht nur einzelne Bereiche, sondern führen zur digitalen Transformation von Organisationen. Bei diesem sehr offenen Prozess ist das selbstständige Handeln in offenen Situationen ein zentraler Erfolgsfaktor, ebenso wie der Aufbau der erforderlichen Kompetenzen im Unternehmen. Mit den „Innovationsprojekten Digitalisierung“, einem Personalentwicklungsmodell der SIBE, können Unternehmen Digitalisierungskompetenzen im eigenen Unternehmen aufbauen und sich neu für die veränderten Rahmenbedingungen aufstellen. Worum es für die Unternehmen dabei geht, erklärt Professor Dr. Heiner Lasi, der als Leiter des Ferdinand-Steinbeis-Instituts (FSTI) und Professor für Industrial Intelligence an der SHB die Teilnehmer an den Innovationsprojekten der SIBE coacht: „Unsere Annahme ist, dass sich der Wettbewerb zwischen Unternehmen wegverlagert hin zum Wettbewerb zwischen Ökosystemen. Unternehmen müssen also, um erfolgreich zu sein, ein Teil dieser Ökosysteme werden.“ In diesem Kontext sieht er auch die Innovationsprojekte als strategische Projekte, in denen Unternehmen Szenarien erarbeiten, wie sie zukünftig mit neuen Möglichkeiten der Wertschöpfung umgehen. Beispielsweise reicht es nicht mehr aus, wenn ein Unternehmen Fahrräder produziert und vertreibt: Heute werden Fahrräder vermehrt gemietet und sind nur noch ein Teil eines Wertschöpfungsblocks zur Mobilität – ein Unternehmen produziert das Fahrrad, eines beispielsweise die Fahrradständer, ein anderes die App, so wie es bei Angeboten wie nextbike oder DB Call a Bike der Fall ist. Produzenten stehen hier vor der Wahl, ob sie einfach nur ihre Komponente zur Verfügung stellen – und dadurch leicht ersetzbar werden – oder ob sie als vollwertige Partner in so ein Ökosystem hineingehen.

Zahlreiche Studierende der SIBE haben in der Vergangenheit bereits Projekte im Bereich Digitalisierung absolviert – so zum Beispiel Felix Lauer, der seit Mai 2016 an der SIBE studiert und bei der DEKRA SE als Project Analyst im Bereich Strategie und Innovation tätig ist. Das Thema Digitalisierung stellt gewissermaßen einen Querschnitt zwischen Strategie und Innovation dar, bei dem es um eine Digitalisierungsstrategie für die Organisation sowie Digitalisierungsprojekte im Bereich Innovation geht. Als bereichsübergreifende Abteilung ist Felix Lauers Bereich immer dann involviert, wenn Digitalisierungsprojekte im Unternehmen umgesetzt werden sollen. Das können einfache Prozessoptimierungen oder Erweiterungen bestehender Dienstleistungsangebote sein; es kann sich dabei aber auch um die Einführung marktverändernder Innovationen handeln. Lauers Abteilung unterstützt bei diesen Projekten durch Workshops oder Coachings zur Entwicklung von Geschäftsmodellen. Neben diesen Projekten geht es aber auch um die Entwicklung einer konzernweiten Digitalisierungsstrategie sowie um die digitale Transformation des Konzerns. Am SIBE-Studium schätzt Felix Lauer insbesondere, dass ihm der Austausch mit den Kommilitonen und den Dozenten ermöglicht, auf die eigene Arbeit aus der Vogelperspektive zu schauen. Er sagt: „Es gibt, wenn man so will, eine externe Beratung von Seiten der Universität im Projekt und man hat einen Ratgeber an der Seite, um nicht auf sich alleine gestellt zu sein.“

Das Angebot der SIBE beinhaltet zunächst die Rekrutierung der Jungakademiker, die im Rahmen ihres Studiums als Vollzeitkräfte im Unternehmen arbeiten und in einem Zeitraum von zwei Jahren systematisch eine Digitalisierungsstrategie erarbeiten und umsetzen. Alternativ zur Rekrutierung können auch bereits im Unternehmen aktive Mitarbeiter an dem Modell teilnehmen. Je nach Größe und Komplexität der Innovationsprojekte werden diese von einem Mitarbeiter oder auch von Teams von zwei bis drei Mitarbeitern bearbeitet. Hier sind interdisziplinäre Konstellationen denkbar, in denen sich die einzelnen Disziplinen ergänzen. Die Unternehmen bauen durch diesen Ansatz nachhaltig immer wichtiger werdende interne Kompetenzen auf, anstatt nur auf Expertise von außen zu setzen. Unterstützt werden die Mitarbeiter durch einen interaktiven, 100% onlinebasierten sowie berufsintegrierten Management- Studiengang der SIBE, den M.A./MBA (USA). Zentrale Bestandteile des Konzepts sind der Transfer aus dem Studium in das Projekt sowie die intensive und kontinuierliche Betreuung und Beratung durch das Ferdinand- Steinbeis-Institut und weitere Experten aus dem Steinbeis-Netzwerk.