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Vier Akteure, ein Netzwerk = Erfolg

Steinbeis-Team unterstützt Erfinder beim Einstieg in den Gesundheitsmarkt

Schon seit einiger Zeit tüftelte Dr. Michael Fürst, Mediziner aus dem oberschwäbischen Bad Wurzach, an einem innovativen Produkt mit großem Marktpotenzial: Sein neuartiges Lagerungskissen verspricht Menschen mit Schmerzen im Bereich von Nacken und Halswirbelsäule Linderung. Durch die allgegenwärtige PC-Arbeit begünstigt, sind die typischen Beschwerden längst zu einer Volkskrankheit geworden. Für die Umsetzung seines Projektes suchte sich Michael Fürst professionelle Unterstützung bei der Hock e.K. Medizinische Polster in Freudenstadt und beim Steinbeis-Transferzentrum Infothek aus Villingen-Schwenningen.

Als Facharzt regelmäßig mit Ursachen, Symptomen und Auswirkungen des Krankheitsbildes konfrontiert, war Michael Fürst früh vom Bedarf eines Kissens überzeugt, suchte aber vergeblich nach einem entsprechenden Angebot: „Aus medizinischer Sicht hat mich keine der Lösungen überzeugt – bei der Nutzung konventioneller Kissen können die Wirbelbogengelenke im Schlaf nicht entspannt lagern, sondern sind in der Seiten- als auch in der Rückenlage verkantet – die Wirbelsäule muss aber ganz gerade sein. Produkte müssen sich an die Anatomie anpassen und nicht umgekehrt“, erläutert er. Und so schritt der Mediziner zur Tat und entwickelte eine Alternative, bei der er das Augenmerk auf Qualität, Stabilität und Preis legte.

Entstanden ist „iCLK“: das „individuelle Cervical-Lagerungskissen“, das in drei Größen erhältlich ist. Die Halswirbelsäule bleibt in allen Schlafpositionen gerade und somit physiologisch, da sich das iCLK an die Lage des Nutzers anpasst. Dies wird durch eine Fixierung am Hals oder am Kopf sichergestellt und ermöglicht die gewünschte Erholung und Entspannung während des Schlafes. Stabilisiert wird das iCLK mit ein bis zwei Spannringen unterschiedlicher Stärken. Besonderen Wert legt Michael Fürst auf die ausschließliche Verwendung natürlicher Materialien: Das iCLK ist Schweiß aufsaugend, atmungsaktiv, hautfreundlich, schmerzhemmend und entspannend für den Anwender.

Doch dem Erfinder war bewusst, dass neben einer guten Idee und einem stringenten Konzept weitere Faktoren für den erhofften Markterfolg eine Rolle spielen. Hier holte sich der Mediziner die Erfahrung des Steinbeis- Teams am Steinbeis-Transferzentrum Infothek hinzu. „Ich bin sehr froh, dass der Kontakt mit Steinbeis schon früh im Innovationsprozess zustande kam. Zwischen Wolfgang Müller und mir entwickelte sich großes Vertrauen – der Austausch war stets produktiv“, resümiert Michael Fürst. Auch Wolfgang Müller, Leiter des Steinbeis-Zentrums in Villingen- Schwenningen, war von der Idee von Beginn an überzeugt: „Der Erstkontakt erfolgte durch das staatliche Projekt SIGNO, in dessen Rahmen wir als akkreditierter Dienstleister fungierten und als erste zentrale Maßnahme die Anmeldung der Idee von Dr. Fürst zum Patent forcierten und begleiteten. Der gesellschaftliche Nutzen des Produkts hat mich von Anfang an begeistert!“

Für Michael Fürst war der Einbezug externer Expertise im Projekt von wesentlicher Bedeutung: „Es war mir einfach zu riskant, mich auf meine informellen Kenntnisse im Bereich Recht, Markteinführung und Technologie zu verlassen – ich brauchte einen Partner mit Expertenwissen“, fasst der Erfinder zusammen. Das Villinger Steinbeis-Team unterstützte mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung im Technologietransfermanagement sowie der Anbindung an zahlreiche Arbeitsgruppen und Fachgremien. „Wir pflegen ein Wissensnetzwerk auf zahlreichen Ebenen, das es uns erlaubt, alle Fragen unserer Partner kompetent zu beantworten“, skizziert Wolfgang Müller sein Erfolgsrezept, „Wenn wir etwas nicht selbst klären können, kommunizieren wir im Netzwerk des Verbundes und nutzen die umfassende Kompetenz, die Steinbeis besitzt. Das Selbstverständnis von Steinbeis verpflichtet uns, zum Wohl unserer Partner alle Sachverhalte und Fallstricke, die im Innovationsmanagement auftreten können, auf den Tisch zu legen“. Neben dem Steinbeis- Team haben hier auch die staatlichen Förderangebote zum Erfolg des Projektes beigetragen. Michael Fürst konnte für sein Innovationsvorhaben weitere Unterstützung in Form eines Innovationsgutscheines A, der ausschließlich von Unternehmen mit Hauptsitz in Baden-Württemberg genutzt werden kann, beantragen. Dies ermöglichte ihm, das Steinbeis- Team mit einer professionellen Marktrecherche zu beauftragen. Im Verlauf einer Marktanalyse konnten die Experten die Marktkonstellation und daneben auch schon einige potenzielle Kooperationspartner identifizieren.

Die Resonanz auf die Ansprache der möglichen Projektpartner war so groß, dass Michael Fürst die Qual der Wahl hatte. Entschieden hat er sich schließlich für eine Kooperation mit dem auf den Vertrieb von Produkten aus dem Bereich Gesundheit, Rehabilitation und Fitness spezialisierten Unternehmen Hock e.K. aus Freudenstadt im Nordschwarzwald. „Ich war sehr erfreut über den Zuschlag, denn ich bin vom Nutzen des Produktes und einer großen Nachfrage überzeugt. Und daneben passt das iCLK optimal in unser Produktportfolio“, betont Geschäftsführer Sladan Martinovic. „Es ist schon erstaunlich, wie viele Faktoren heutzutage harmonieren müssen, um ein von der Idee bis zur Verwertung erfolgreiches Projekt zu realisieren“, fügt Wolfgang Müller hinzu, der sichtlich stolz auf das Erreichte ist. „Ohne die Netzwerk-Kooperation zwischen Herrn Dr. Fürst, Herrn Martinovic, dem Staat und Steinbeis wäre im konkreten Fall kein wirtschaftlicher Erfolg und kein gesellschaftlicher Nutzen, den das Lagerungskissen zweifelsohne stiftet, möglich“.

(Markt-)Erfolg ist heute das Resultat multipler Prozesse von erheblicher Komplexität. Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen über ein Maß an Wissen verfügen, das im betrieblichen Organigramm oftmals nicht vorhanden ist oder aufgrund der immer kürzer werdenden Innovationsfrequenzen nur temporär genutzt werden kann. Der Aufbau und die kontinuierliche Pflege eines Informations- und Wissensnetzwerkes ist daher umso wichtiger. Die Integration externer Expertise aus Netzwerken ermöglicht wertvolle Erkenntnisse – darüber hinaus können durch die Fokussierung der Unternehmen auf die Kernkompetenzen erhebliche Effizienzsteigerungen erreicht werden, die im globalen Wettbewerb entscheiden. Dabei spielt auch der Erfolgsfaktor Zufall eine zentrale Rolle: Je größer und kompetenter ein Netzwerk ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass Erfolg durch systematischen Zufall begünstigt wird.