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Innovation Angels schaffen Raum für Innovationen

Den Technologietransfer zwischen Unternehmen stärker unterstützen

Aus der baden-württembergischen Initiative „Wirtschaftsdialog Technologietransfer“ ist die Idee eines Modellprojekts „Innovation Angels“ entstanden, um den Wissens- und Technologietransfer zwischen Unternehmen zu stärken. Insbesondere KMU sollen bei Innovationsvorhaben durch erfahrene Innovationsexperten aus der Wirtschaft unterstützt und begleitet werden. Das Projekt wird von Steinbeis durchgeführt.

Technologien konvergieren wesentlich schneller, Grenzen zwischen Technologien sind fließend, Technologien bedingen sich untereinander. Internationales Sourcing von Technologien nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft sucht händeringend nach disruptiven Ansätzen, um den Innovationsvorsprung zu halten und auszubauen.

Betrachtet man die Gesamthöhe der Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland, so sind es die Unternehmen selbst, die hier dominieren. Auch wenn das Technologiepotenzial der Unternehmen primär für den internen Transfer in eigene Produkte und Dienstleistungen vorgesehen ist und hier auch genutzt werden muss, soll ein Teil davon entweder nicht unmittelbar selbst verwertet werden beziehungsweise kann alleine nicht verwertet werden oder erzielt in der Verwertung mit „Partnern“ einen höheren/weiteren Wert. Moderierte Partnerschaften, die sich von Kunden-Lieferantenbeziehungen durch die gemeinsame Realisierung von Chancen (und auch die Nutzung von Synergien sowie Teilung des Risikos) unterscheiden, bieten hier Möglichkeiten, Unternehmen nicht nur technologiespezifisch, sondern insbesondere technologieübergreifend nutz-/mehrwertschaffend zusammenzubringen.

Bislang gibt es (zumindest in Baden-Württemberg) keinen moderierten, gesteuerten und systematischen Transfer zwischen den Unternehmen. Im Rahmen des Pilotprojekts sollen daher auf Basis der Erfahrung von erfolgreichen Innovationsexperten (in der Regel erfahrene Unternehmer/ Geschäftsführer) und unter Nutzung von bewährten Steinbeis-Instrumenten Methoden und Prozesse des Technologietransfers zwischen Unternehmen entwickelt werden. Dabei steht die Schaffung eines „Vertrauensraums“ für Unternehmer und Unternehmen im Vordergrund. Als ein Projekt von Steinbeis versteht es sich von selbst, dass hierbei auch Chancen des klassischen Transferprozesses aus Primärquellen genutzt werden.

Erste Ergebnisse zeigen bereits jetzt, dass ein erheblicher Bedarf an neuen Formen der Zusammenarbeit bei Unternehmen identifizierbar ist. Es besteht eine immer größere Bereitschaft und Notwendigkeit noch ungeschöpfte Technologiepotenziale freizulegen und gemeinsam Mehrwerte zu generieren, die sich in verbesserten Wettbewerbssituationen widerspiegeln. Gerade jetzt, in Zeiten der Hochkonjunktur, gilt es neue Wege zu gehen, damit Unternehmen zukunftsfähig aufgestellt sind.