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Xavin – Plattform für regionale und emotionale Investments

Steinbeis-Berater Mario Buric unterstützt Gründer-Team auf dem Weg in die Selbstständigkeit

 

Tobias Ungerer ist seit seiner Kindheit Vereinsmensch aus Leidenschaft: Fußball, Ski fahren, Tennis, all das findet seit Jahren mit anderen Sportbegeisterten im Verein statt. Nicht nur der Sport, sondern vor allem das gemeinsame Erlebnis und die Freundschaft zu seinen Mitspielern machen für Tobias Ungerer das Vereinsleben so besonders. Nach dem Training erschöpft und zufrieden ein Bier in der Kabine trinken, am Wochenende dann voller Ehrgeiz und Siegeswillen gemeinsam das nächste Spiel bestreiten – das bekommt man nur im Verein. Gleichzeitig fiel ihm immer wieder auf, wie sanierungsbedürftig die Infrastruktur vieler Vereine ist. Schlechte Plätze, nicht funktionsfähige Duschen und marode Vereinsheime. Grund genug für Tobias Ungerer, mit seinen Mitstreitern „Xavin“ zu gründen, eine Plattform für regionale und emotionale Investments. Unterstützt wurde er dabei von Steinbeis-Berater Mario Buric.

Der Investitionsstau bei Vereinen ist offenkundig und liegt mittlerweile bei mehr als 40 Milliarden Euro. Das liegt vor allem daran, dass Vereine zunehmend schlechte Karten bei Banken haben und nur schwer an Darlehen kommen. Es fehlt häufig schlicht an den erforderlichen Sicherheiten und Eigenkapitalrücklagen. Aus diesem Grund haben Tobias Ungerer und seine Kollegen sich mit Unterstützung der Landesbank Baden- Württemberg (LBBW) sowie der Pioniergeist GmbH an die Gründung von Xavin gewagt.

Wertvolle Unterstützung kommt neben der LBBW auch von Steinbeiser Mario Buric, der seit vielen Jahren im Crowdfunding-Bereich aktiv ist. Er hilft nicht nur bei der Verfeinerung des Geschäftsmodells, sondern auch beim Netzwerken in der Szene und bei Kundenkontakten. Mario Buric hat Erfahrung im Aufbau von Plattformen und konnte mit seiner Expertise in zahlreichen Belangen praktischen Input liefern: beginnend bei der Strategie über die Investorensuche bis hin zu wichtigen technischen und regulatorischen Themen. Denn bei einer Crowdfunding- Plattform ist es inzwischen nicht mehr damit getan, dass man eine Webseite hat. Dahinter stecken rechtlich anspruchsvolle Aufgaben, wie sie beispielsweise durch das Kleinanlegerschutzgesetz entstanden sind. Auch vertrieblich unterstützt Mario Buric, insbesondere mit seinen Kontakten zu Multiplikatoren und potenziellen Kunden.

Das Xavin-Team ermöglicht es so Vereinen, Darlehen von Mitgliedern und Unterstützern aufzunehmen. Im Gegensatz zu klassischen Spenden können dadurch auch größere Projekte schnell finanziert werden. Anleger hingegen haben das gute Gefühl ein sinnvolles Projekt in der eigenen Region zu unterstützen und erhalten einen attraktiven Zins.

„Damit ein Anleger ein Darlehen gewährt, braucht es vor allem eines – Vertrauen in den Verein. Denn bei den Darlehen handelt es sich um qualifizierte Nachrangdarlehen, sie verfügen über keine Besicherung und dürfen den Verein auch nicht in Insolvenzgefahr bringen – vorher fallen sie aus“, erklärt Tobias Ungerer. Daher ist es wichtig, dass der Verein seit Jahren solide geführt wird und das Projekt gut planbar und umsetzbar ist. Für Vereine gibt es neben dem offensichtlichen Vorteil einer schnellen, unkomplizierten und modernen Finanzierungsform weitere erhebliche Vorteile von Xavin. Banken rechnen die Xavin-Darlehen der Eigenkapitalquote eines Vereins an. Somit kann in der Folge Fremdkapital günstiger aufgenommen werden. Dazu kommt die Möglichkeit Fördergelder des Sportbundes oder der öffentlichen Hand einfach und schnell vorzufinanzieren, wenn diese erst gestreckt über mehrere Jahre ausbezahlt werden.

Dass diese Form der Finanzierung nicht nur in der Theorie funktioniert, ist auch praktisch bewiesen. Über Xavin wurden bereits drei Finanzierungskampagnen erfolgreich durchgeführt und knapp 200.000 Euro Darlehensvolumen von 60 Anlegern vermittelt. Jedes Projekt wurde überfinanziert, die Sammelphase benötigte im Durchschnitt lediglich 20 Tage. Die Laufzeit der Darlehen beträgt meist fünf Jahre und die Zinsen für die Anleger liegen zwischen 1,5 bis 2,2 %. Mithilfe von Xavin verfügt der TCW Straubenhardt über nagelneue Tennisplätze, der MTV Stuttgart plant schon seinen Kinderspielplatz und der TuS Bilfingen baut einen neuen Seminarraum für die Jugend – und das alles dank der Crowd.

„Zukünftig wird die Crowd-Finanzierung bei Vereinen weiter an Bedeutung gewinnen, denn Banken werden immer stärker reguliert“, ist sich Tobias Ungerer sicher. Gleichzeitig nimmt das Interesse an sinnvollen Investments, dem sogenannten „Impact Investing“, bei Anlegern stetig zu. Die Menschen wollen wissen, dass ihr Geld etwas Gutes bewirkt. Xavin bietet die Möglichkeit, eine neue Säule im Finanzierungsmix von Vereinen darzustellen, und Anlegern die Gewissheit, die eigene Region mit sinnvollen Projekten zu unterstützen.